T Wholesale startet 5G SA Point of Presence in New York

Jahrelang wurde das Thema digitale Identität primär als Frage von Zugangsdaten behandelt: Stärkere Passwörter erstellen, Biometrie integrieren, Passkeys einführen, Dokumente verifizieren, bessere Authentifizierungsprozesse gestalten.

Obwohl diese Innovationen Sicherheit und Nutzererlebnis zweifellos verbessert haben, nimmt der Betrug weiter zu. Kontoübernahmen häufen sich. Synthetische Identitäten werden immer ausgefeilter. KI-gestützte Angriffe skalieren schneller als herkömmliche Abwehrmechanismen.

Der Grund dafür ist einfach: Die meisten Identitätssysteme überprüfen lediglich, wer jemand zu sein vorgibt. Nur wenige sind in der Lage zu verifizieren, was tatsächlich im Netzwerk geschieht. Doch das beginnt sich nun zu ändern.

Die fehlende Ebene der digitalen Identität

Jede digitale Interaktion findet über ein Netzwerk statt. Wenn sich ein Nutzer bei seinem Bankkonto anmeldet, eine Zahlung freigibt, ein Passwort zurücksetzt oder eine neue digitale Identität erstellt, sind stets ein Mobilgerät, eine SIM-Karte, eine Telefonnummer und eine Netzwerkverbindung beteiligt. Bislang wurden Mobilfunknetze in Identitätsökosystemen jedoch eher als reine Transportinfrastruktur denn als Vertrauensinfrastruktur betrachtet.

Mobilfunkbetreiber verfügen über einzigartige Echtzeit-Signale, die von Betrügern nur schwer manipuliert werden können. Dazu gehören etwa Informationen zu SIM-Besitz und -Lebenszyklus, zur Nutzungsdauer einer Telefonnummer, zu SIM-Wechseln (SIM-Swaps), zur Verknüpfung von Gerät und SIM, zum Authentifizierungsstatus im Netz sowie zur Verifizierung des Mobilfunkteilnehmers und zur Konsistenz von Präsenz- und Standortdaten.

Diese Signale existieren zwar schon lange, waren jedoch bis vor Kurzem für Entwickler und Anbieter digitaler Dienste weitgehend unzugänglich. Genau das ändert sich nun durch Initiativen wie GSMA Open Gateway und CAMARA-APIs.

Vom Konnektivitätsanbieter zum Vertrauensanbieter

Die Telekommunikationsbranche durchläuft einen tiefgreifenden Wandel. Netzbetreiber stellen nicht mehr nur Konnektivitätsdienste bereit, sondern bieten über standardisierte, weltweit nutzbare APIs vertrauenswürdige Netzwerkfunktionen an. Beispiele hierfür sind die Rufnummernverifizierung (Number Verification), die Erkennung von SIM-Wechseln (SIM Swap Detection) sowie die Verifizierung von Gerät und Teilnehmer (Device & Subscriber Verification).

Die mobile Identität entwickelt sich zu einer Kombination aus verifizierten Teilnehmerdaten, vertrauenswürdigen Netzwerkinformationen und sicheren Geräteinteraktionen, die das Vertrauen entlang der gesamten digitalen Customer Journey kontinuierlich stärken. Diese Entwicklung hin zu einer solchen einzigartigen Kombination ist angesichts der sich rasch wandelnden Sicherheitslandschaft von entscheidender Bedeutung. KI verändert die Wirtschaftlichkeit von Betrugsdelikten. Regulatorische Vorgaben erhöhen die Anforderungen. Verbraucher erwarten Sicherheit, die den Nutzungsprozess nicht behindert.

Gemeinsam das Identitätsökosystem gestalten

Identitätsanbieter, Finanzinstitute, staatliche Stellen, Technologieplattformen und Mobilfunkbetreiber halten jeweils einen Teil des Vertrauens-Puzzles in der Hand. Erst durch das Zusammenspiel dieser Kompetenzen entsteht ein stärkeres und widerstandsfähigeres Vertrauensökosystem. Das nächste Kapitel der digitalen Identität wird daher davon bestimmt, wie effektiv wir vertrauenswürdige Signale aus verschiedenen Quellen kombinieren, um fundiertere Entscheidungen hinsichtlich des Vertrauens zu treffen. Mobilfunknetze sind in einer einzigartigen Position, sich zu einer dieser grundlegenden Vertrauensquellen zu entwickeln. Seit Jahren vernetzen Mobilfunknetze Menschen und Geräte. Der nächste Schritt liegt auf der Hand: Sie können dazu beitragen, das Vertrauen selbst zu vernetzen.

Von Ivan Marjanovic-Zulim
Identity Week Europe 2026, Amsterdam

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